Automatisiertes Fahren – eine Prognose

Andreas Aschenbrenner , 19.02.17 21:38
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KFV/Michael Car

In der Frage, wann autonome Fahrzeuge die Straßen bevölkern werden, scheinen die Meinungen weit auseinander zu liegen: einerseits wird in den Medien enthusiastisch von jedem kleinen Testfortschritt berichtet, andererseits ist z.B. in staatlichen Verkehrsprognosen das automatisierte Fahren noch marginalisiert (z.B. für Österreich ist Automatisierung in der Verkehrsprognose 2025+ des BMVIT nicht erwähnt, https://www.bmvit.gv.at/bmvit/verkehr/gesamtverkehr/verkehrsprognose_2025/index.html).

Bei genauerem Hinsehen ergibt sich allerdings eine erstaunliche Konvergenz in dem WAS und WANN zum automatisierten Fahren über verschiedene Blickwinkel hinweg:

• in den kommenden 5 Jahren sollen die großen technischen Hürden im automatisierten Fahren gemeistert sein (http://www.driverless-future.com/?page_id=384)

• bis 2030 sollen Fragen bezüglich Recht und Versicherungen geklärt, und die Serienproduktion für Neuwagen angelaufen sein

• eine substanzielle Marktdurchdringung wird allerdings erst jenseits von 2040 erwartet (http://www.ifmo.de/publikationen.html?t=9)

Neben dem Fokus auf die Fahrzeuge stimmen in den Chor auch eine Reihe weiterer Blickwinkel mit ein, bei denen die Prognosen über zukünftige Nutzungsszenarien und wann sie beim Nutzer ankommen werden weit auseinander liegen, z.B.

• Infrastruktur und die Kommunikation der Verkehrsteilnehmer untereinander (am Beispiel von Forschung und Produkten zu Floating Car Data http://www.zukunft-mobilitaet.net/thema/floating-car-data-fcd/ und Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS Aktivitäten https://ec.europa.eu/transport/themes/its/c-its_en)

• neue Mobilitätsdienste (wie die Forschungsprojekte von UBER und Nutonomy https://techcrunch.com/2016/05/24/nutonomy-raises-16m-to-make-self-driving-taxis-a-reality-by-2018/)

• Frachtdienste und autonome Lieferroboter, die auch die letzte Meile autonom abdecken sollen (https://newsroom.hermesworld.com/zustellung-per-roboter-pilottest-von-hermes-und-starship-in-hamburg-10109/)

Die langsam spürbar steigende Konvergenz in Expertenmeinungen lässt die Zukunft des automatisierten Fahrens also langsam klarer erscheinen. Dennoch kann man nach wie vor getrost feststellen: Prognosen zu automatisierter Mobilität sind schwierig, speziell je weiter weg sie in der Zukunft liegen.

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Zur AutorIn

Andreas Aschenbrenner arbeitet als Innovationsmanager im Bereich smart safety solutions des Kuratorium für Verkehrssicherheit. Mit seinem technischen Hintergrund hat er bereits in der Leitung verschiedener Infrastrukturinitiativen in europäischen Hauptstädten gearbeitet und sich nun ganz dem Thema Verkehrssicherheit verschrieben.





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